Business-AKTIV der Unternehmerinnen-Initiative „Beherzte Australierinnen“

Herford, 20.11.2013. „Beherzte Australierinnen – nirgendwo gibt es mehr Unternehmerinnen als in Australien. Warum ist das in Deutschland nicht so?“ war das Thema der Unternehmerinnen-Initiative (UI). Die Unternehmerinnen-Initiative ist das größte Netzwerk innerhalb der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford e. V. und hatte die Referentin Prof. Dr. Ulrike Detmers in das Friedrich-List-Berufskolleg (FLB) eingeladen. Hier absolvierte die gebürtige Herforderin 1984 bis 1986 ihr Referendariat. Schulleiterin und Gastgeberin Ute Krumsiek-Flottmann überraschte sie deshalb mit Fotos aus dieser Zeit. Heute ist Ulrike Detmers Gesellschafterin und Mitglied der zentralen Unternehmensleitung der Mestemacher-Gruppe sowie Professorin für Betriebswirtschaftslehre der Fachhochschule Bielefeld. Darüber hinaus ist sie Mitglied in verschiedenen Kommissionen und Initiativen. Kürzlich wurde sie in das Gremium der IHK-Vollversammlung gewählt. Trotz ihrer steilen Karriere beeindruckte Ulrike Detmers die rund 30 teilnehmenden Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen durch ihre natürliche und offene Art und ihr Talent, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge anschaulich zu erklären. Frauen streben eher eine unternehmerische Tätigkeit an, wenn Vorbilder dafür in der eigenen Familie vorhanden sind, so Ulrike Detmers. In Australien habe die Selbstständigkeit von Frauen eine lange Tradition. Dort sei ein höheres Wagnispotential vorhanden. In Deutschland hingegen sei es erst seit 1977 Frauen erlaubt, gegen den Willen des Ehemannes erwerbstätig zu werden. Die klassische Rollenverteilung, der Mann verdient das Geld und die Frau kümmert sich um den Haushalt und die Kinder, sei zwar auf dem Rückzug, aber mit dem Spirit Australiens nicht zu vergleichen. Darüber hinaus werden in Australien gezielte Förderprogramme angeboten, z. B. ein Mentoringprogramm, mit dem Frauen systematisch und strategisch in die Selbstständigkeit geführt werden. Von großem Interesse für die Teilnehmerinnen war auch Ulrike Detmers Meinung zur Frauenquote in Aufsichtsräten und Vorständen. Sie glaubt, dass Seilschaften der Männer der Grund dafür sind, dass Frauen nicht in Aufsichtsräte und Vorstände gewählt werden. Deshalb spreche sie sich für eine Quotenregelung aus und sehe staatliche und halbstaatliche Institutionen in der Verantwortung, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Für die Teilnahme an Veranstaltungen der Unternehmerinnen-Initiative können sich interessierte Unternehmerinnen, Existenzgründerinnen und Frauen in Führungspositionen an die Geschäftsstelle der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford e. V. (IWKH), Karin Patzelt, Tel. 05221 131334, wenden.